3 Monate Curacao - ein etwas anderer Reisebericht
von 2 Verrückten, die dem Alltagsstress mal richtig entfliehen wollten.

 
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3 Monate Curacao - ein karibisches Abenteuer

Die Vorgeschichte


In meiner Jugend war ich fasziniert von den Taucherfilmen des Pioniers der Meeresforschung Jacques Cousteau.
Seitdem habe ich davon geträumt selber zu tauchen und diese phantastische Welt zu erkunden.
Bei einem Urlaub auf Corsika hab ich dann die Gelegenheit genutzt und den Tauchschein gemacht.
Nur ist das Mittelmeer im Vergleich zu karibischen Gewässern leider eine trübe und tote Wüste.
Der Traum vom Tauchen in der Karibik war zu dieser Zeit unerreichbar.
Diesen Traum konnten wir uns dann 2018 erfüllen und sind für 2 Wochen nach Curacao - auch weil die Landessprache niederländisch ist, was ich einigermaßen spreche.
Die Insel, und besonders die Bewohner haben uns so fasziniert das schnell klar war: 
wir müssen wiederkommen, und mit Sicherheit für längere Zeit !
Dieses Abenteuer wurde dann nach langer Planung und Vorbereitung im Dezember 2019 wahr.

Das Abenteuer 3 Monate Curacao konnte beginnen.

Tag 1

Die Fahrt nach Amsterdam war OK - um 5 Uhr morgens waren wir fast allein auf der Autobahn.

Der Service auf Schiphol war schon besser - der Flug entspannt - nur das Essen an Bord ist nicht gerade ein Genuss.

Beim Verlassen des Fliegers dann aber eine böse Überraschung: mein Rolli war nicht auffindbar.

Nach gut einer Stunde Diskussion mit dem Servicepersonal und etlichen Telefonaten dann die Info:    mein Rolli ist nicht mitgenommen worden und steht noch in Amsterdam !

Als "Ersatz" bekam ich einen geschätzt 50Kg schweren und mindest 100 Jahre alten "Rollstuhl" der sich gut als Requisite für einen Horrorfilm geeignet hätte - aber kaum fahrbar war.
Mein Rolli sollte dann am nächsten Tag mit dem ersten Flieger kommen ...

Die nächste Überraschung: das per Internet gemietete Auto war eine schrottreife Karre bei deren Anblick jeder deutsche TÜV-ler Schnappatmung bekommen hätte. 
Dafür war die Vermieterin total nett und vollkommen "Tiefen-entspannt" - ist ja auch was.

Vorteil der Schrottkarre - wird wahrscheinlich nicht aufgebrochen oder geklaut - was Alltag auf der Insel ist.

Durch die Verzögerungen war es inzwischen dunkel und wir haben uns bei der Fahr durch Willelmstad gnadenlos verfahren.               Auf dem Weg haben wir noch schnell in einem der "Chinesen-Supermärkte" das nötigste zum Frühstück eingekauft.

Endlich am Haus angekommen sind wir dann völlig erschöpft und entnervt ins Bett gefallen.

Tag 2

Erstmal "landen" und auspacken.

Das vorab per Container an hier lebende Freunde geschickte Gepäck war dann auch da.

Das bei mein beim letzten Aufenthalt hiergeblieben Bike war natürlich platt - hier ist jede Baum oder Strauch voller 3 bis 4cm langer Dornen - ohne Flickzeug kommt man nicht weit.

Nachmittags dann zum Flughafen - wieder endlose Telefonate von Servicepersonal auf der Suche nach meinem Rolli der dann nach 2 Stunden tatsächlich auftauchte - Ich konnte es kaum glauben und hab in der Flughafenhalle erst mal vor Freude einige Runden gedreht - jetzt konnte der "Urlaub" beginnen :-)

Tag 3

Nach den Frühstück nach Willemstad zu Bank und das hier gültige Zahlungsmittel NAF besorgen.

Es gibt zwar auch genügend Geldautomaten, aber in der Bank bekommt größere Summen.

Willemstad war voll mir Ami Touris von den Kreuzfahrtschiffen und dementsprechend Amerikanisch weihnachtlich geschmückt - grauenhaft.    
Die Amis haben schon einen seltsamen Geschmack.

Mir dem nötigem Kleingeld ausgestattet sind wir dann in einen großen Supermarkt zum Großeinkauf.

Ein Erlebnis für sich - das Gemisch aus Amerikanischen und Karibischen Lebendsmittel ist für uns ungewohnt - es gib so viele was man noch nie gesehen oder gegessen hat - ein kulinarisches Paradies !           Und der Service ist unglaublich - der Einkauf wird von "Freiwilligen" eingepackt und zum Auto gebracht  - gegen ein kleines Entgeld.


Aber das beste: egal wohin du gehst - die Menschen sind hier total entspannt, freundlich und hilfsbereit !     Du kannst mit jeden einen netten Plausch halten und Spaß machen.

Wir haben auch schon einige unserer Nachbarn kennengelernt - Holländer die hier seit Jahren 4 bis 5 Monate überwintern - auch nicht schlecht !

Gegen Abend haben wir es dann endlich geschafft mal ne Runde zu schwimmen - der Strand ist ja fast vor unserer Haustür und absolut frei von Touri's.



Tag 5

Heute war der erste echte "Badetag"

Wir sind nach Lagun gefahren - für mich einer der schönsten Strände und kaum Touris.

Das Wasser ist glasklar, es gib kaum Strömung und Wellen - ideal zum Schnorscheln.

Du steckst einfach den Kopf unter Wasser ist bist sofort mitten unter den Fischen.

Hab dort auch direkt mit dem Leiter der Tauchschule gesprochen, Er hat Erfahrung mit Rollifahrern und macht keine Probleme - hab ich auch schon anders erlebt.

Tag 6

Wir waren wieder im Supermarkt - ich bin noch immer begeistert. 
Hab Steaks vom "Angus" Rind gekauft zum unglaublichen Preis von 20,- Euro / Kg !

Und etwas für uns sehr "exotisches" - Hai Steak !   Gibt es heute Abend in Knoblauchbutter gebraten.

Nach nur wenigen Tagen hat sich unser Lebendsrhytmus vollkommen geändert.

Aufstehen bei Sonnenaufgang 6 Uhr - ins Bett gegen 21 Uhr (Sonnenuntergang 18.15 Uhr). 
TV gibt es - ist aber nie an.  Es ist schöner abends auf der Terrasse zu sitzen und die kühle Luft   ( 26°c ) zu genießen.

Zu unser "Wohngemeinschaft" gehören jetzt auch einige "Eingeborene" :

der kleine Leguan Spidi Gonzales, der fette Leguan Ed, die Ratte Ben und der Dackel-verschnitt Oskar mit seiner Straßengang.

Die Hunde auf Curacao haben keine "Eigentümer" - sie sind freie Streuner, werden aber von den Einwohnern und Touristen durchgefüttert.

Tag 7

Heute sind wir bei Ingrid zum Essen eingeladen. 
Ingrid ist einen ca. 70 jährige "Eingeborene" die wir bei unserem ersten  Aufenthalt kennengelernt haben - seitdem halten wir Kontakt.

Nach dem Essen sind wir mit Ingrid nach Willemstad - auch ein Erlebniss.

Sie kennt viele Leute und hat jedem erzählt wer wir sind, woher wir kommen und das wir zur "Familie" gehören.    Ich glaube jetzt kennt uns die halbe Insel :-)

Wir sind bis Sonnenuntergang geblieben - alles ist bunt beleuchtet, die Touris wieder auf den Schiffen und die Einheimischen auf den Straßen und überall ist Musik.

Es war so etwas wie ein Business-Run, alle hatten grüne T-Shits an, keiner konnte mir genau sagen was eigendlich los war, aber alle machten mit - das ist Curacao ! 

Tag 8

Ed - der große Leguan - hat es sich in der Küche gemütlich gemacht.

Das ist leider nicht so schön, er hinterlässt nicht gerade kleine Kothaufen.

Ich wollt Ihn mit der Hand fangen - das war ein Fehler !

Die Hau ist übersät mit harten und scharfen Stachel - es fühlt sich an als ob man eine sich windende Rolle Stacheldraht anfasst - und so sehe ich jetzt auch aus .

Ben, die Ratte ist etwas "Fotoscheu" und ist leider zu einem nicht so angenehmen Mitbewohner geworden.     Sie krost die ganze Nacht durch die Küche und frisst alles an. 

Sie ist irgendwie in einen Schrank geraten und kam nicht mehr raus.

Die Gelegenheit habe ich genutzt und konnte Sie nach etwas "Versteckspiel" mit der Hand fangen und hab Sie dann in einigen hundert Meter Entfernung bei den Nachbarn ausgesetzt :-)
Aber Ratten sind ja nicht blöd - nach einer halben Stunde war Sie wieder da - jetzt muß ich wohl leider etwas rabiater werden ...   

Grundsätzliches über Curacao

Im Zusammenhang mit Curacao oft das Wort  "Paradies"  genannt.
Ob es das Paradies wirklich gib weis ich nicht - Curacao ist es sicher nicht.
Solang man sich in 5 Sterne Hotels und Resorts bewegt sieht alles paradiesisch aus -
wenn man diese geschützte Umgebung verlässt wird aber schnell klar das Curacao ein
"Dritte Welt" Land ist und das ein großer Teil der Bevölkerung sehr arm ist.
Das spiegelt sich auch in der hohen Kriminalität wieder.
Trotzdem kann man sich - auch als Tourist - überall sicher bewegen.
Die Menschen sind unglaublich offen, freundlich, haben viel Humor und Zeit.
Hier ist fast jeder ein "Zugewanderter" - die Bevölkerung setzt sich aus über 50 Nationalitäten zusammen und es gibt fast ebensoviele Religionsgemeinschaften.
Hier interessiert es niemanden ob Du weiss - schwarz - gelb oder rot-grün-orange gestreift bist !
Was hier zählt ist das Du offen, tolerant und freundlich bist.

Ich habe mich noch nirgendwo auf der Welt so wohl und akzeptiert gefühlt !

Ein weitere Vorteil von Curacao ist die Lage.
Curacao liegt weitab von den restlichen karibischen Inseln die alle auf dem sogenanntem "Feuerring" liegen.
Die Inseln auf dem Feuerring sind durch vulkanische Aktivität entstanden und liegen auf dem Weg der karibischen Hurricane.  Dadurch gibt es regelmäßig starke Zerstörungen.
Das Klima auf Curacao ist dagegen sehr stabil - keine Stürme oder Erdbeben - die Temperatur lieg zwischen ca. 29°c im "Winter" und 32°c im "Sommer" und es geht fast immer ein leichter Wind was die Wärme erträglich macht.
Die Wassertemperatur lieg bei 27°c - ideal zum Baden und Tauchen.

Und wer glaubt das Curacao rückständig ist nur weil es "am Arsch der Welt " liegt täuscht sich gewaltig ! 
In vielen Punkten ist die Insel moderner als das "alte" Europa - hier gibt es alles - und die Auswahl ist teilweise größer als bei uns.



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Das ist unser "Privat-Strand"  :-) 
Ist zur Zeit etwas "unaufgeräumt" und leider mehr Korallenschutt als Sand was daran lieg das gerade ein altes Hotel abgerissen wurde und der Neubau / Neugestaltung erst in einigen Monaten beginnt - hat aber den Vorteil das wir an Werktagen hier praktisch allein sind - nur Sonntags treffen sich  hier einige Einwohner zum Familien Badetag und zum Grillen.
In wenigen Kilometern Entfernung gib es aber mehrere wunderschöne Strände !
Unten einige Bilder unserer bescheidenen Hütte .

Bei der Gelegenheit ein besonderes Dankeschön an Steffi und Arend - die Betreiber vom

Landhaus  "Klein Santa Martha" - sie haben uns den Kontakt zum Verwalter des Hauses vermittelt - ohne die Beiden wäre es nur halb so schön geworden.


Noch Fragen ?

Heute besuche ich Max - Er lebt hier am Landhaus Klein Santa Martha, 
einem kleinem Hotel in Soto.
Wieso und warum weiß niemand - auch nicht wie alt Er ist ( das weis Er selbst nicht ).
Es hat mir erzählt das er früher Ziegenhirte war.
Seine einzige Aufgabe ist es morgends die Mülltonne zur Strasse zu bringen, was Er in einer unvorstellbaren Langsamkeit erledigt  :-)
Ansonsten verbringt Er den Tag im Schatten "Seines" Baumes und ist glücklich mit seinem kleinem altem Transistorradio.

Die Landhäuser waren die Wohnhäuser der Großgrundbesitzer in der Sklavenzeit.
Nach Ende der Sklaverei sind sie völlig verfallen - heute werden Sie als Kulturelles Erbe gesehen und liebevoll restauriert.
In einigen sind Museen - andere sind zu Hotel's umgebaut.

Heute hat es geregnet - wobei "Regen" nicht wirklich beschreibt was passiert:
Erst bildet sich innerhalb einer Minute eine dunkle Wolke.
Dann öffne sich über Dir die Schleusen und Wassermassen stürzen innerhalb von Sekunden runter.           Ebensoschnell wie es begonnen hat ist es wieder vorbei und die Sonne scheint.

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